Magazin Lübecker Bucht - Oktober 2026

New York ist laut, schnell und ständig in Bewegung. ZwischenWolkenkratzern, Taxen und den Leuchtreklamen des Times Square scheint die Stadt kaum stillzustehen. Doch wer früh aufsteht, langsam unterwegs ist und sich auf Begegnungen einlässt, entdeckt ein anderes New York. Ein ruhigeres, per- sönlicheres. Eines, das sich nicht allein auf den bekannten Sehenswürdigkeiten redu- zieren lässt. In drei Tagen treffe ich drei Menschen, die mir ihre ganz eigene Stadt zeigen. Ron, Ireen und Ju Lin. Drei Begeg- nungen, die mir New York näherbringen als manches Wahrzeichen. Rons Lieblingsplatz für das Frühstück Früh am Morgen ist es am Times Square ungewöhnlich ruhig. Arbeiter beseitigen die Spuren der vergangenen Nacht, während die riesigen Reklametafeln ohne Pause leuchten. Der sonst so hektische Puls Man- hattans ist um diese Zeit kaum zu spüren. MeinWeg führt mich Uptown zur Roosevelt Island Tram. Auf der kurzen Fahrt überquert die Gondel den East River. Vier Minuten später liegt Manhattan auf der anderen Seite des Flusses, während die Sonne lang- sam aufgeht. An der Promenade verbringen einige Bauarbeiter ihre Pause auf den Bänken - Schutzhelme und Brotdosen neben sich. Ich frage einen der Männer, ob ich ein Foto machen darf. Er schaut kurz auf und sagt: „Ja, aber mach schnell – und dann setz dich hierher.“ Ich fotografiere und nehme neben ihm Platz. Sein Name ist Ron. Er legt sein Handy zur Seite und fragt mich, ob ich den schönsten Platz zum Frühstücken in New York kenne. Meine Antwort wartet er gar nicht erst ab: Für ihn ist es genau hier. Er hat recht. Nur Vögel sind zu hören, der Wind streicht durch die Blätter, während auf der anderen Seite des Flusses Manhattan erwacht. Ein Schwarm gelber Taxis liefert sich ein Hupkonzert, während ein Feuer- wehrauto und ein Rettungswagen mit Sig- nalhorn sich durch den Verkehr kämpfen. Wir trinken unseren Kaffee, reden ein paar Minuten, dann muss Ron zurück an die Ar- beit. Ich gehe weiter zum Franklin D. Roo- sevelt Four Freedoms Park und später mit demWassertaxi Richtung Manhattan. Doch Rons Frage begleitet mich. MAGAZIN LÜBECKER BUCHT 74 REISETIPP Drei Tage, drei Begegnungen Foto: Christina Letzeisen Foto: Christina Letzeisen Foto: Christina Letzeisen

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