Magazin Lübecker Bucht - Juli 2026

INTERVIEW / BLOG MAGAZIN LÜBECKER BUCHT 38 EIN SCHLÜSSEL ZUM GLÜCK Ich gebe es ungern zu, aber meine Schwester hat mich in diesem Sommer zum Strandkorb-Besitzer auf Zeit ge- macht. Sie ist in den Urlaub geflogen und hat mir vorher einen Schlüssel in die Hand gedrückt. „Ihr könnt gern meinen Strandkorb in Scharbeutz nutzen.“ Mehr nicht. Kein großes Tamtam, keine Erklä- rung, kein Hinweis darauf, dass dieser unscheinbare Satz meine Haltung zu einem der meist belächelten Möbelstü- cke an der Ostsee verändern würde. Ich war nämlich lange der Meinung, Strand- körbe seien eine norddeutsche Speziali- tät, die etwas aus der Zeit gefallen ist: relativ teuer, in unserem Fall über 700 Euro pro Saison, nur damit ein fester Platz am Strand reserviert ist. Für mich klang das nach unnötigem Komfort und Gewohnheit. Dann standen wir in Schar- beutz davor. Meine Frau, der Lütte und ich. Und plötzlich war da dieser Moment, in dem der Schlüssel mehr wurde als nur ein Stück Metall. Er stand für einen fes- ten Platz am Strand, ohne Suchen, ohne Diskussionen, ohne das übliche „wo legen wir uns hin“. Während rundherum Menschen ihre Handtücher neu ausrich- ten, Schirme nachjustieren oder ständig ihren Platz wechseln mussten, hatten wir einfach einen festen Punkt. Das wirkt banal, macht den Strandtag aber deutlich entspannter. Man kommt an und weiß, wo man bleibt. Auch im Alltag mit Kind zeigte sich der Vorteil schnell. Dinge konnten im Korb bleiben, man musste nicht ständig alles im Blick behalten oder bei jedem Gang ins Wasser alles neu organisieren. Für den Lütten war der Strandkorb au- ßerdem sofort ein klarer Treffpunkt, eine Art Basisstation für den ganzen Tag am Strand. Nach und nach habe ich verstan- den, warum Menschen bereit sind, dafür Geld zu bezahlen. Es geht weniger um den Korb selbst, sondern um Planbarkeit und Ruhe am Strand. Um das Gefühl, nicht jedes Mal neu anfangen zu müssen, wenn man ankommt. Und ganz ehrlich: Ich hoffe sehr, dass meine Schwester im nächsten Sommer nicht auf die Idee kommt, mir für diese Erkenntnis eine Nutzungsgebühr zu berechnen. Am bes- ten fliegt sie einfach wieder weg und lässt den Schlüssel wie zufällig wieder bei uns liegen. Ich würde mich jedenfalls nicht beschweren. Wokeen hütigendaags keen Smartphon hett is achter rut. So a sick. Bün in een anner Welt ankamen. Girn denk ick an vergann Tieden trüch. Weer allens komo- diger un nich so öberdreiht. Een App jagt dat annere. Weets nich wat du mit Inter- gramm un Podcast anfangen schast. Mit een Anroid odder Smartphon süht dat heel nich anners ut. In’n Browser kannst wat finnen wat du söchst. You Tube sünd vör mi Fremdwörr. Up de Websiet kannst wat downladen odder streamen. De We- derbericht heit nu Klima Update. Anner- letz kreech ick int Huus een Anfrag, wat je nu Support heit. Ick schull up QR Code trüch snacken. Dit appelwatsche Quatrat heff ick nich! Wiel je ok nich güng, wiel ick ut dat anner Johrhundert bün. Dor ward di een Appel Watsh anbaden, vör veel Geld. To mien Tied sä man dortau eenfach Klock. En Büx vör buten nömt sick hütigen Daags een Büx vör Workout. Wo leevt wi egentlich ? Wenn du de Faut- ballergebnisse verpasst hest, kicks in’t Intertnet. In de Coronatieden hebbt je veel Lüüd in Home Office arbeit. Wat heiten schallt to Huus arbeiten! Cyberangriffe harrn wi domals ok nich. Weet gonnich wat dat is? Wenn du een Mail, also eene Naricht schrieben wist, müß eistmal de Cukies ut’n Wech rümen. Un so geht dat jümmers wieder. Allens up inglisch. To mein Tied harn wi in de Schaul keen Ing- lisch Ünnerrich. Bi uns stünn de Wehr- machtbericht vörn an. Würr je girn mit’n Datenfeed wieder maken, aver ick stieg dormit nich mehr dörch. Bün jüst froh, dat ick mit mien Computer kloor komm. Bi lörning bi duing heff ick dat in de Reeg kregen. Von den ganzen överspönschen Kraam, hett uns plattdüütsche Spraak Bestand. Över hunnert von Johren. Platt- düütsch snacken is Kulturgut. Ick wünsch jüch hier een best of. BUTEN VÖR DE DÖÖR Magazin Magazin Kolume pa Sonny!

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